Prolegomenon
Roter FadenWir beginnen bei einem echten Menschen mit einem echten Problem und machen komplexe Gebiete lesbar und überprüfbar, ohne wegzulassen, worauf es ankommt.
Recht, Buchhaltung, Archive, sakrale Räume, gesprochene Sprache, Bergwege: Jedes Gebiet, in dem wir arbeiten, hat eine eigene Ordnung. Diese Ordnung ist real, aber schwer lesbar. Wer in ihr lebt, sieht sie selten als Ganzes.
Die Systemtheorie sagt seit Luhmann, ein System sei dazu da, Komplexität zu reduzieren. Wir vertreten das Gegenteil: lesbar machen, ohne ärmer zu machen. Unsere Arbeit besteht darin, Werkzeuge zu bauen, mit denen man sich durch ein komplexes Gebiet bewegen, es an jeder Stelle befragen und jeden Schritt prüfen kann.
Drei Operationen ziehen sich durch alles, was wir tun:
- Kartieren. Wir rekonstruieren verborgene Struktur aus verstreuten Quellen. Eine Karte so gross wie das Gebiet ist nutzlos, wie Borges bemerkte. Eine gute Karte lässt bewusst etwas weg.
- Übersetzen. Wir tragen Bedeutung von einem Register ins andere: vom Gesetz zum Bürger, vom Altsystem ins Archiv, vom Ort in die Erzählung, von der Rede in den Text. Was das Original verlässlich machte, muss den Weg überstehen.
- Beweisen. Nichts ist wahr, weil es jemand gesagt hat, und nichts ist fertig, weil es jemand für fertig erklärt hat. Mit Popper gesprochen: Eine Aussage gilt nur, solange sie dem Versuch standhält, sie zu widerlegen.
Die vierzehn Felder sind Disziplinen der Informatik. Recht, Finanzen, Kulturerbe und Rhetorik erscheinen darin nur als Anwendungsgebiete. Jedes Feld wird in wenigen Thesen gefasst und endet mit einer Aporie: einer offenen Frage, die wir nicht gelöst haben. Dort beginnt das Gespräch.
Ursprung
Die meisten Felder dieser Seite begannen mit einem Problem, das jemand aus unserem Team selbst erlebt hat: eine Steuererklärung in einem neuen Land, ein schmerzender Rücken, ein Weg, den keine Karte zeigte, eine Rede, die besser werden musste, eine Pfarrei, die gesehen werden wollte. Die übrigen begannen mit dem Problem eines Kunden, das wir zu unserem eigenen gemacht haben. Keines wurde aus einem Marktbericht gewählt. Wir haben gebaut, was wir selbst brauchten, mit der Sorgfalt, die wir als Kunden erwarten würden, und es dann anderen geöffnet. Deshalb sind unsere Antworten unsere eigenen.
Hinter jedem System steht ein Mensch, der müde, besorgt oder in Eile ist. Für diesen Menschen entwerfen wir zuerst.
IBetriebliche Informationssysteme und Softwarearchitektur
Roter FadenDas Leben eines Unternehmens, so aufgezeichnet, dass es jederzeit prüfbar ist.
Vitruv verlangte von jedem Bauwerk, stabil, nützlich und schön zu sein. Ein Unternehmenssystem muss zudem rechenschaftsfähig sein.
I.1Konformität gehört in die Architektur, nicht ins Verfahren. Gesetzliche Aufbewahrung, fälschungssichere Einträge und Prüfspuren sind im Kern eingebaut. Regeln, die nur von Disziplin abhängen, werden früher oder später aus Bequemlichkeit gebrochen.
I.2Zustand wird berechnet, nicht gespeichert. Jedes Ereignis wird mit Datum festgehalten, und der aktuelle Stand ergibt sich aus dieser Geschichte. Das ist Paciolis doppelte Buchführung (1494), angewandt auf alles, was ein Unternehmen besitzt. Fehler werden durch einen neuen Eintrag berichtigt, nie durch Löschen des alten.
I.3Geld ist nicht einfach eine Zahl. Währungen, Rundungsregeln und Steuerregime haben ihre eigene Logik. Geld als gewöhnliche Dezimalzahl zu behandeln ist ein Entwurfsfehler, keine Abkürzung.
I.4Wiederverwendung wird verdient, nicht vorhergesagt. Ein Muster bewährt sich zuerst im echten Betrieb. Erst dann wird es in andere Produkte übernommen.
Ein System kann Inhaber, Angestellte, Bürger und Händler bedienen. Wie viele Rollen trägt es, bevor Rechte von einer zur anderen durchsickern?
Verankert ineinem operativen ERP der industriellen Fertigung; einer mandantenfähigen Plattform für Schweizer KMU (in Erprobung).
IIProzessautomatisierung und Robotic Process Automation
Roter FadenWiederkehrende Arbeit geht an Maschinen, das Urteil bleibt beim Menschen.
Čapek prägte 1920 das Wort Roboter, vom tschechischen robota: Fronarbeit. Gute Automatisierung nimmt die Fron und überlässt das Urteil dem Menschen.
II.1Keine Schnittstelle? Dann wird der Bildschirm zur Schnittstelle. Hat eine Altanwendung keine Programmierschnittstelle, werden zuerst ihre Bildschirme genau beschrieben: Menüs, Dialoge, Tastenkürzel, Berichte. Erst dann wird der erste Schritt automatisiert.
II.2Bedeutung vor Pixeln. Wenn ein Bildschirm seine Struktur offenlegt, arbeitet der Roboter mit dieser Struktur: Felder, Rollen, Zustände. Klicks auf Pixel sind der letzte Ausweg.
II.3Das Szenario ist das Kapital, der Roboter ist ersetzbar. Ein Geschäftsszenario wird einmal geschrieben. Danach kann es als geführte Einblendung für einen Menschen laufen, per Fernunterstützung, per Sprache oder automatisch im Hintergrund.
II.4Automatisierung ohne Stopp-Knopf ist Abdankung. Jeder Roboter braucht eine Einwilligung, einen Stopp, der immer greift, und ein Protokoll dessen, was er getan hat. Was er nie anfassen darf, ist durch den Entwurf gesperrt und nicht dem Ermessen überlassen.
Angenommen, die Preislogik eines geschlossenen Altsystems wird aus den Berichten nachgebaut, die es druckt. Kann die Kopie gut genug sein, um das Original zu ersetzen, und wer haftet für die Abweichung?
Verankert ineiner Engine für geführte Szenarien auf einem industriellen ERP; der Automatisierung einer Desktop-Anwendung ohne Programmierschnittstelle (in Erprobung).
IIIDatenengineering, Migration und Archivwissenschaft
Roter FadenDaten, die ihre Systeme überleben und immer ihre Quelle zeigen.
Derrida schrieb, jedes Archiv sei hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu bewahren und dem Drang zu zerstören. Die Technik muss sich entscheiden.
III.1Systeme sterben, ihre Daten dürfen es nicht. Archivieren heisst, Information die Software überleben zu lassen, die sie erzeugt hat.
III.2Keine Quelle, keine Antwort. Jeder Datensatz, den wir liefern, nennt seine Herkunft. «Unbekannt» ist eine zulässige Antwort, eine erfundene nicht.
III.3Struktur wird entdeckt, nicht angenommen. Undokumentierte Datenbanken zeigen ihre Zusammenhänge in der Analyse der Daten selbst. Alte Dokumentation sagt selten die Wahrheit.
III.4Eine gute digitale Kopie reist, ohne sich zu verändern. Eine gescannte Seite wird durchsuchbar und transportabel und behält das Layout des Originals. Latour nannte solche Objekte «unveränderliche Mobile».
Lässt sich die Bedeutung einer undokumentierten Datenbank allein durch Prüfungen verlässlich rekonstruieren? Oder braucht es immer einen Experten?
Verankert ineinem Archivierungsdienst für gewachsene Unternehmenssysteme (in Erprobung); einer schrittweisen Migrationsmethode für das Kernsystem eines Versicherers.
IVInformation Retrieval, Wissensrepräsentation und Rechtsinformatik
Roter FadenDas Recht wird durchsuchbar, und jede Antwort hängt an ihrem Artikel.
Leibniz träumte davon, Streitfragen eines Tages mit dem Satz «Lasst uns rechnen» zu entscheiden. Der ganze Traum ist unerreichbar, ein Teil davon lässt sich bauen.
IV.1Ein Gesetz ist ein Netz, kein Text. Es besteht aus Verweisen, Änderungen und Geltungsdaten. Richtig durchsuchen lässt es sich nur, wenn man es als verknüpfte Daten behandelt.
IV.2Eine Antwort ohne Zitat ist ein Gerücht. Eine Antwort aus dem Recht ist genau so viel wert wie ihre Fähigkeit, auf den Artikel dahinter zu verweisen.
IV.3Bürgerwissen entsteht in drei Schritten: informieren, lernen, handeln. Der Weg führt vom amtlichen Begriff über seine Erklärung zum eigenen Fall des Lesers. In einem Land mit sechsundzwanzig kantonalen Steuersystemen ist Kants Aufruf zum Selbstdenken auch eine Frage der Informationsgestaltung.
IV.4Persönliches Wissen braucht persönliche Kontrolle. Eine Aufzeichnung über das eigene Leben oder die eigene Gesundheit nützt nur, wenn sie die eigenen Hände nie verlassen muss.
Wie verlässlich kann Suche über die Rechtstexte eines Landes mit vier Amtssprachen sein? Und wann wird eine richtige Antwort zur Haftungsfrage?
Verankert insemantischem Zugang zur Bundesgesetzgebung über verknüpfte offene Daten (in Erprobung); Lernkorpora zu Schweizer Steuern, Versicherungen und Recht.
VSprach- und Sprechtechnologie
Roter FadenGesprochene Worte werden zu Text, dem man trauen kann.
Walter Ong zeigte, dass gesprochene Sprache keine unvollkommene Schrift ist, sondern eine eigene Denkweise. Ein Transkript ist deshalb immer eine Deutung.
V.1Rede ist die am wenigsten strukturierte Datenart und die aufschlussreichste. Wer mit ihr arbeitet, muss ehrlich mit Unsicherheit umgehen. Ein Erkennungsalgorithmus allein genügt nicht.
V.2Kein Rohtranskript wird veröffentlicht. Zwischen Erkennung und Veröffentlichung steht immer eine Prüfung: Korrektur, eine skeptische zweite Lesung und die klare Kennzeichnung dessen, was unsicher bleibt.
V.3Menschen mischen Sprachen, also muss es das System auch. Echte Sprecher wechseln die Sprache mitten im Satz, und ein brauchbares Sprachsystem kommt damit zurecht.
V.4Datenschutz durch Lokalität. Die Rede anderer wird dort verarbeitet, wo sie gesprochen wurde. Die Tonaufnahme verlässt das Gerät nie.
V.5Grammatik lässt sich erklären. Selbst das berüchtigte Genus deutscher Substantive folgt weitgehend Regeln, die man gewichten, prüfen und lehren kann.
Können wir Rückmeldung zu Sprechfehlern geben, ohne dass Menschen anders sprechen, weil sie beobachtet werden?
Verankert ineiner mehrsprachigen Sprachverarbeitung mit obligatorischer Prüfung; der Live-Analyse gesprochener Sprache in Sitzungen.
VIGeoinformatik und Mobile Computing
Roter FadenGelände wird lesbar aus echten Spuren, nicht aus Vermutungen.
Michel de Certeau verglich das Gehen mit dem Sprechen: Jede Route sagt etwas über den, der sie gegangen ist.
VI.1Die öffentliche Karte ist nicht der gefahrene Weg. Vertrauen muss sichtbar sein: sicher, wahrscheinlich oder spekulativ. Es stammt aus den eigenen Spuren, nicht aus anonymen Bewertungen.
VI.2Alles ist eine Datei. Eine Publikationskette ohne beschreibbaren Server bietet kaum Angriffsfläche und verursacht kaum Betrieb.
VI.3Navigation ist eine Funktion von Position und Absicht. Ihre Logik lässt sich ohne die Karte auf dem Bildschirm prüfen.
VI.4Unbekanntes Gelände wird Schritt für Schritt erschlossen, und nur aus offen lizenzierten Daten. Die Lizenz gehört zu den Daten, nicht in die Fussnote.
Kann eine gemeinschaftliche Karte ganz ohne Server weiterleben? Oder braucht jedes Gemeingut am Ende einen Hüter?
Verankert ineinem offline-fähigen Navigator und Rekorder für E-Bike-Routen; der Anreiseführung zu abgelegenen Alpenchalets.
VIIVisual Computing, Medieninformatik und digitales Kulturerbe
Roter FadenSakrale und kulturelle Räume, von überall getreu besuchbar.
Benjamin befürchtete, die Reproduktion zerstöre die Aura des Kunstwerks. Wir meinen: Die Aura eines Ortes kann überleben, wenn man nicht ein Bild reproduziert, sondern einen Weg.
VII.1Ein virtueller 360°-Rundgang durch einen sakralen Raum muss die Annäherung, die Abfolge und den Blick bewahren, nicht nur die Oberflächen.
VII.2Eine einzige Grammatik der Bewegung. Die automatische Führung und die Geste des Besuchers nutzen denselben Mechanismus: eine Zeitachse aus einfachen Schritten.
VII.3Wahrnehmung wird gemessen, nicht geraten. Tempo, Zoom und Bildausschnitt werden an der laufenden Führung Bild für Bild analysiert und dann als prüfbare Werte festgelegt. Was früher Gespür des Handwerkers war, Polanyis «implizites Wissen», wird ausdrücklich.
VII.4Grösse verlangt Positionen als Daten. Der Objektkatalog wird von den Szenen getrennt, in denen die Objekte erscheinen.
Ab welcher Grösse muss eine von Hand abgestimmte Erfahrung zum System werden? Und wie viel ihrer Aura übersteht den Wechsel?
Verankert ineinem virtuellen 360°-Rundgang durch eine orthodoxe Kirche, mit geführtem Weg, Objektkatalog und Chronologie; einer zweisprachigen kommentierten Ausgabe biblischer Bücher.
VIIIMensch-Computer-Interaktion und Experience Engineering
Roter FadenOberflächen, die Menschen ohne Mühe verstehen.
Heidegger bemerkte, dass ein gutes Werkzeug im Gebrauch verschwindet: Wir bemerken es erst, wenn es versagt. Gutes Interaktionsdesign ist die Kunst dieses Verschwindens.
VIII.1Frustration ist messbar. Oberflächen werden gegen einen schriftlichen Standard und nach ausdrücklichen Kriterien geprüft, nicht nach Geschmack. Kein Befund wird als geringfügig abgetan.
VIII.2Der Sechzig-Sekunden-Test. Eine Nutzungsanalyse ist erst vollständig, wenn wir lückenlos beschreiben können, was der Nutzer in den nächsten sechzig Sekunden tut.
VIII.3Mehr Leistung nur, wenn nötig. Der Nutzer gibt eine einzige Einwilligung und begegnet weder Jargon noch sichtbarer Maschinerie. Schwerere Werkzeuge erscheinen erst, wenn die Lage sie verlangt.
VIII.4Premium heisst Zurückhaltung. Qualität zeigt sich in dem, was eine Oberfläche bewusst nicht tut.
Lässt sich wahrgenommene Qualität messen, ohne sie auf Zahlen zu reduzieren, die genau das Wahrgenommene verfehlen?
Verankert ineiner Familie von Prüfwerkzeugen für frustrationsfreie und hochwertige Oberflächen; der Markenarchitektur einer Produktfamilie.
IXVerteilte Systeme, Netzwerke und IT-Sicherheit
Roter FadenSicherheit, die sich erklären lässt, statt nur behauptet zu werden.
Kerckhoffs verlangte 1883, dass ein System sicher bleibt, auch wenn sein Entwurf bekannt ist. Unsere Systeme folgen dieser Regel. Diese Seite beschreibt sie trotzdem, mit Absicht, nicht.
IX.1Souveränität ist eine Frage der Topologie. Wo Daten liegen, wer sie erreicht und welches Recht gilt, sind Architekturentscheide, keine Vertragsklauseln.
IX.2Erklären und begründen. Jeder diagnostische Befund kommt mit einer Erklärung und einer gemessenen Begründung. Automatische Korrekturen beschränken sich auf das, was sich rückgängig machen lässt, und jede Änderung wird zuerst geprobt.
IX.3Eine Schutzschicht hat zwei Seiten. Sie muss Angreifer draussen halten und für den Administrator drinnen übersichtlich bleiben. Jeder ernste Befund wird von jemandem geprüft, der versucht, ihn zu widerlegen.
IX.4Nichts wird gelöscht, bevor seine Kopie überprüft ist.
Wie weit darf automatische Reparatur in Netzwerken, die von Laien betrieben werden, ohne Aufsicht gehen?
Verankert inherstellerneutraler Administration gemischter Netzwerkgeräte, auch undokumentierter (in Erprobung); einem Sicherheitsaudit einer Administrationsschicht.
XTechnologiegestütztes Lernen und Simulation
Roter FadenFähigkeiten, durch Übung trainiert, gemessen und nachgespielt.
Wygotski verortete das Lernen zwischen dem, was wir allein können, und dem, was wir mit Hilfe können. Lernwerkzeuge werden für diesen Raum gebaut.
X.1Kompetenz ist eine Karte, keine Liste. Die Wissensraumtheorie (Doignon und Falmagne) ordnet ein Fach danach, was man zuerst wissen muss. Daraus werden Fragen erzeugt, die zum einzelnen Lernenden passen.
X.2Berufliches Urteil wird trainiert wie Schach. Jede Situation ist eine Stellung und jede Antwort ein Zug. Züge lassen sich nachspielen, variieren und vergleichen.
X.3Bewusstes Üben schliesst den Kreis: planen, ausführen, auswerten. Die Lücke zwischen Plan und Ausführung ist der Stoff für die nächste Sitzung.
X.4Mehrere Kritiker sehen mehr als einer. Rückmeldung, aufgeteilt in verschiedene Stimmen (Struktur, Herausforderung, Sprache), hilft mehr als ein einzelnes Urteil.
Vertieft das Nachspielen von Situationen das Urteil in Moderation und Mediation? Oder lehrt es nur das Spiel?
Verankert ineiner Übungsumgebung für die öffentliche Rede in regelmässigem Gebrauch; einem Simulator für Scrum Master in grossen agilen Organisationen (in Erprobung).
XIKollaborative Systeme und das Büro auf Distanz
Roter FadenKunden und Teams arbeiten an denselben Dokumenten, wo immer sie sind.
Melvin Conway beobachtete 1967, dass Systeme die Kommunikation ihrer Erbauer widerspiegeln. Deshalb gestalten wir zuerst die Kommunikation.
XI.1Der Kunde ist Mitautor, nicht Empfänger. Kunde und Team schreiben, kommentieren und annotieren dieselben Dokumente in einem gemeinsamen Raum. Jede Bemerkung bleibt an dem hängen, worum es geht, statt in E-Mails zu versanden.
XI.2Präsenz ist Information. Zu sehen, wer gerade am selben Dokument arbeitet, vermeidet Kollisionen und Warten.
XI.3Das Büro reist mit dem Dokument, nicht mit dem Gebäude. Bearbeiten, Telefonieren und Protokollieren geschehen im selben System, in dem die Arbeit liegt. Weil es selbst betrieben wird, bleiben die Dokumente in der Schweiz.
XI.4Eine Sitzung endet mit einem Dokument, nicht mit einer Erinnerung. Das Protokoll wird direkt in das führende System geschrieben, wo Entscheide zu Aufgaben werden.
XI.5Ein Portal, viele Projekte. Ein neuer Kunde kommt durch Konfiguration hinzu, nicht durch kopierten Code.
Wie viel der unausgesprochenen Abstimmung eines Teams (ein Blick über den Tisch, eine kurze Frage) kann ein Büro auf Distanz nachbilden, ohne daraus Überwachung zu machen?
Verankert ineinem Kundenportal für mehrere Mandate, mit Dokumenten, Tabellen, kommentierten Entwürfen und Live-Präsenz; einer selbst betriebenen Büro-Suite mit Dokumentbearbeitung, internen Anrufen und Sitzungsprotokollen, eingebunden in ein ERP.
XIICommunity-Informatik, Kultur und gemeinwohlorientierte Technologie
Roter FadenTechnologie für Gemeinschaften, Kultur und Menschen mit weniger Mitteln, gebaut mit derselben Sorgfalt wie für zahlende Kunden.
Dostojewski schrieb, die Schönheit werde die Welt retten. So viel behaupten wir nicht. Wir weigern uns nur, einer Gemeinschaft weniger Schönheit oder weniger Sorgfalt zu geben, weil sie weniger Geld hat.
XII.1Eine Gemeinschaft muss behalten können, was wir bauen. Pfarreien, Vereine und Clubs haben selten ein IT-Budget. Was wir ihnen geben, muss fast ohne Kosten laufen und die Freiwilligen überdauern, die es begonnen haben.
XII.2Mitmachen darf Sekunden kosten, aber keinen Wortschatz. Ein Zeichen und ein Foto genügen, um zu melden, was man sieht. Eine universelle Sprache lässt Menschen teilnehmen, unabhängig von Bildung, Muttersprache oder dem Alter ihres Telefons.
XII.3In der Sprache des Lesers erklären. Wer neu in einem Land ist, begegnet Steuern, Versicherungen und Recht in einer Sprache, die er noch lernt. Amtliche Begriffe stehen deshalb neben einer Erklärung in seiner eigenen Sprache.
XII.4Sakrale und künstlerische Werke verdienen dasselbe Handwerk wie kommerzielle. Eine Kirche, eine Ikone, ein Gesang oder eine Ausstellung wird so genau dokumentiert wie ein Produktkatalog, und mit mehr Respekt.
XII.5Das Gedächtnis einer Gemeinschaft ist ein Archiv. Fotos, Filme, Predigten und Gesänge überleben die, die sie aufgenommen haben, nur wenn jemand sie ordnet.
XII.6Ein Netz, das beobachtet, kann auch koordinieren. Dieselben einfachen Meldungen, die das Wetter zeigen, können zeigen, wo Hilfe gebraucht wird. Menschen, Mittel und Schulung lassen sich dann dorthin schicken, wo und wann sie gebraucht werden.
Wie kann Technologie denen dienen, die nicht zahlen können, ohne zu einer Gefälligkeit zu werden, die vom guten Willen eines Einzelnen abhängt?
Verankert inder digitalen Präsenz orthodoxer Pfarreien in der Schweiz und in Rumänien, mit einem virtuellen 360°-Rundgang und einem Lernmodul für liturgischen Gesang; einer zweisprachigen kommentierten Bibelausgabe; dem digitalen und gedruckten Auftritt einer Kunstausstellung; Werkzeugen für einen ehrenamtlichen Rhetorikclub; Lernmaterial für Rumänischsprachige in der Schweiz; einem kostenlosen Navigator für Radrouten, mit Fahrtberichten und Live-Ermutigung per Link, ohne Benutzerkonto; einem partizipativen Wetterbeobachtungsnetz (ruhend).
XIIIMedizininformatik und die Kartografie des Körpers
Roter FadenDer eigene Befund eines Menschen, verwandelt in eine Karte, die er verstehen kann.
Vesal zeichnete 1543 den menschlichen Körper so genau, dass man Anatomie aus Bildern lernen konnte. Wir wenden dieselbe Sorgfalt auf die Befunde eines einzelnen Menschen an.
XIII.1Der Körper lässt sich lesen wie eine Karte. Die Befunde eines MRT-Berichts werden auf einen dreidimensionalen anatomischen Atlas gelegt. Ein Satz im Bericht wird zu einer sichtbaren Stelle an der Wirbelsäule.
XIII.2Belastung wird berechnet, nicht geschätzt. Ein Muskel-Skelett-Modell mit mehr als zweihundert Muskeln schätzt, wie stark eine Haltung oder eine Übung die Wirbelsäule belastet.
XIII.3Jede Übung braucht einen Grund. Eine Übung wird nur mit ihrem Mechanismus, ihrer Evidenz und der erzeugten Belastung empfohlen und mit Physiotherapeut oder Arzt abgestimmt.
XIII.4Verstehen nimmt Angst. Wer sehen und benennen kann, was im eigenen Körper geschieht, spricht mit seinem Arzt als Partner. Wir erklären; wir stellen keine Diagnosen.
Wenn eine neue Aufnahme kommt: Lässt sie sich Segment für Segment dreidimensional mit der alten vergleichen, ohne dass der Vergleich zu einer Diagnose wird, die nur ein Arzt stellen darf?
Verankert ineinem persönlichen Wissenssystem für die Lendenwirbelsäule, mit MRT-Befunden auf einem 3D-Atlas, Wirbelsäulenbelastung aus einem Muskel-Skelett-Modell und Übungen mit Mechanismus und Evidenz (in Erprobung, bewusst privat); Werkzeugen zur Volumenrekonstruktion aus medizinischen Schichtbildern.
XIVMethodik des Software Engineering
Roter FadenWie wir arbeiten: ein klares Ziel, ein Verantwortlicher pro Aufgabe, nichts gilt ohne Beweis als fertig.
Brooks zeigte, dass zusätzliche Leute ein verspätetes Projekt noch mehr verspäten. Wir gehen weiter: Ein Teammitglied rechtfertigt sich nicht durch die Arbeit, die es beiträgt, sondern durch das, was nur es sehen kann.
XIV.1Das Ziel kommt vor dem Team. Es wird aufgeschrieben, versioniert und aus mindestens zwei verschiedenen Lesarten gewählt. Einer einzigen Formulierung zuzustimmen ist keine echte Wahl.
XIV.2Eine weitere Person rechtfertigt sich durch einen neuen Blickwinkel, nicht durch zusätzliche Hände. Sie muss einen toten Winkel sehen können, den kein Werkzeug aufdeckt.
XIV.3Ein Dokument, ein Autor, ein Ort. Der Stand der Dinge wird an der Quelle geprüft, im Moment des Handelns.
XIV.4«Fertig» muss bewiesen, nicht erklärt werden. Der Autor ist Zeuge, nie Richter. Es gibt kein vollständiges Audit, nur Audits mit erklärtem Umfang.
XIV.5Konventionen sind Kapital. Eine schriftliche Regel, katalogisiert und weitergegeben, ist so wertvoll wie eine Softwarebibliothek.
Wann bringt ein grösseres Team mehr Einsicht, als es an Koordination kostet? Und wie hält eine Methode, die um einen einzigen Entscheider gebaut ist, mehrere Entscheider aus, die berechtigterweise uneins sind?
Verankert ineinem Register kodifizierter Praktiken, eingesetzt in mehr als fünfzig Projekten; einem Katalog von Arbeitsmaximen, jede auf den Vorfall zurückgeführt, der sie nötig machte.
Forschungsagenda
Diese Fragen sind formuliert, aber noch nicht beantwortet. Wir veröffentlichen sie als Programm, nicht als Portfolio.
- Selbstbestimmte Identität: einmal verifiziert, vielfach nachgewiesen, mit selektiver Offenlegung auf Basis einer staatlichen E-ID.
- Ein Zero-Knowledge-Tresor für persönliche Daten als Vertrauensschicht unter Identität und Verträgen.
- Verträge, die an die gesetzliche Durchsetzung anschliessen, von der ersten Mahnung bis zur Betreibung.
- Qualifizierte elektronische Signaturen nach ZertES und eIDAS für regulierte Kleinunternehmen.
- Zahlungen nachweisen, ohne Gelder zu verwahren, auch bei Abwicklung in wertstabilen digitalen Währungen.
- Masse für den Projektfortschritt, die sich nicht ändern, wenn die Arbeit anders aufgeteilt wird.
- Erkennung des Fingeralphabets aus der Handgeometrie als Werkzeug der Barrierefreiheit.
- Ad-hoc-Einsatz aus gemeinsamer Beobachtung: Meldungen einer Gemeinschaft, die zeigen, wo Personal, Freiwillige, Mittel und Schulung gebraucht werden, und sie sofort zuteilen.
Zur Diskretion
Diese Seite nennt Thesen und offene Fragen. Methoden, Architekturen und Werkzeuge besprechen wir persönlich und im Mandat. Das Clear-Team übernimmt ein Mandat dort, wo eine dieser Fragen wirklich auf dem Spiel steht, und sagt es, wenn keine auf dem Spiel steht. Wenn Sie Ihre eigene Schwierigkeit in einer davon wiedererkennen, sprechen Sie uns an.